Bienenwachstücher easy peasy selbstgemacht

Mittlerweile ein richtiger Trend in der „Zerowaste“-Bewegung sind Bienenwachstücher. Sie ersetzen Frischhaltefolie, sind dabei langlebig und somit umweltfreundlich. Wir machen sie schon seit einer ganzen Zeit selbst. Das geht ganz einfach und das Ergebnis ist sehr hübsch anzusehen.

Oft muss nachproduziert werden, da sie sich super als kleines Geschenk oder Mitgebsel für Freunde und Familie eignen. Auch in diesem Sommer, passend zur Picknick-Zeit, habe ich einen ganzen Schwung neuer Wachstücher gemacht.

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Dafür eignen sich alte Stoffreste: am besten dünne und nicht zu schwere Bio-Baumwollstoffe. Denn, wenn der Stoff dick und grob ist, wird die Wachsschicht schwer und fest. Zudem nehme ich eine große Metallschüssel (lässt sich einfacher reinigen), zwei alte Wäscheklammern, Zeitungspapier als Unterlage und natürlich Bienenwachs.

Das Bienenwachs sollte am Besten regional gekauft werden (kann aber im Notfall im Netz bestellt werden) und frei von Chemikalien und anderen Zusätzen sein. Ich bekomme meine naturbelassenen Bienenwachsplatten glücklicherweise direkt bei uns im Dorf.

Diese Wachsplatten zerkleinere ich – je nach Bedarf -, gebe sie in die Metallschüssel und diese in ein Wasserbad. Dort lasse ich den Wachs bei mittlerer Hitze komplett schmelzen (der Wachs sollte keine Blasen schlagen!). Meine zugeschnittenen Stofftücher klemme ich eins nach dem anderen an den Enden zwischen die Wäscheklammern und tunke den Stoff jeweils komplett in den flüssigen Wachs. Beim Herausziehen gut abtropfen lassen! Der Wachs erkaltet sehr schnell und das fertige Bienenwachstuch kann zum Trocknen auf die zuvor ausgebreitete Zeitung gelegt werden.

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Wenn dicke Wachsstellen oder Tropfen vorhanden sind oder der Wachs ungleichmäßig am Stoff haftet, so empfiehlt es sich das Wachstuch zwischen zwei Blatt Backpapier zu legen und es gleichmäßig zu bügeln. Fertig!

Nun können die Tücher zum Einsatz kommen: ob als Verpackung für das Butterbrot, als anpassbarer Deckel für Schüsseln, als natürliche Verpackung für Käse und Wurst – es ist sehr vielfältig einsetzbar und ersetzt die klassische Frischhaltefolie voll und ganz.

Gereinigt werden die Tücher unter warmem Wasser, sie sind abwischbar und das Bienenwachs sogar antibakteriell. Diese schnell selbstgemachten und hübschen Tücher lassen uns eine Menge Müll einsparen und helfen im Alltag vielseitig. Sie können klein gefaltet gut im Einkaufskörbchen landen und somit sogar den „Zerowaste“-Einkauf verschönern.

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Ebenfalls hervorragend für die Wachstuch-Produktion eignen sich Omas alte Stofftaschentücher, sie bringen die perfekte Größe mit und sehen meist sehr hübsch aus! Oma würde staunen..

Eine Woche voll Hygge

Anfang des vergangenen Monats waren wir viele bunte Tage in dem schönen und verträumten Örtchen Nystedt, im dänischen Lolland. Wir sind wirklich glücklich dort gelandet zu sein: so viel wunderschöne Natur, Ruhe und das Meer. Es gab intensive Familienzeit und viel zu entdecken..

Es wurden unendlich viele Steine und Muscheln gesammelt, verschiedenste Vogelarten entdeckt und lange Radtouren entlang des unendlich scheinenden Deichweges unternommen. Die Region ist wirklich herrlich für Radfahrer und Menschen, die sich in der Natur wohlfühlen, weg von Lärm und großen Städten.

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Weite Blumenwiesen – voll von Schafgarbe – säumen den Deich, entlang des Wassers gibt es einen Radweg direkt zum Hafen. Eine hübsche Burg ist von dort aus zu sehen, einige kleine Boote kehren hier ein. Natürlich gibt es original dänisches Softeis und Hotdogs sowie Fisch und Zimtschnecken.

Die Burg Aalholm ist das älteste noch bewohnte Schloss Dänemarks, sie wurde vermutlich im 13. Jahrhundert erbaut und fügt sich bis heute prachtvoll in die Szenerie.

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Die Kinder haben mit Vorlieb am Strand gespielt oder im Wasser geplanscht. Wir Großen konnten die Seele baumeln lassen und unsere Blicke auf das weite Meer schweifen lassen.

Die Vegetation hatte zu diesem Frühsommer einiges zu bieten: fast überall blühte es in Weiß- und Cremetönen – viel Holunder, Weißdorn und Mehlbeere. Außerdem wächst hier die seltene Arztstockrose. Ihre Samen lagen zuvor Monate im Brackwasser.

Im Vogelschutzgebiet ist Flora und Fauna ebenso eindrucksvoll. Aber auch Hasen, Rehe und Fasane gibt es rund um das kleine hübsche Örtchen zu entdecken. Innerorts wachsen ebenso Stockrosen in den unterschiedlichsten Formen und Farben, es scheint fast wie ein unausgesprochener Wettkampf unter den Bewohnern des gepflegten Ortes.

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Der Bäcker des Ortes ist ein kulinarisches Highlight: so köstlichen Kuchen gibt es doch selten zu kaufen. Ob Erdbeertörtchen, Zimtgebäck oder Baiser. Hier haben wir nahezu täglich ein kleines Nasch-Päuschen eingelegt, um dann mit dem Rad weiterzuziehen.

Für die Kleinen gab es selbstverständlich bunte Tüten, das gehört zum Dänemark-Urlaub für uns einfach dazu und auch wir Großen können uns da nur schwer zurückhalten.

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Der kleine Hafen von Nysted lädt zum Verweilen. Hier ist ein kleiner eingezäunter Spielplatz und ein nettes Café versorgt mit Kaffee, Bier und anderen Erfrischungen.

Am Abend, auf der Terrasse unseres Ferienhauses, spielten die Kinder oft lange Zeit mit den gefundenen Schätzen: Steine und Muscheln wurden sortiert, angemalt und auf unterschiedlichste Weise bespielt.

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Was mir besonders an Dänemark gefällt ist die Liebe zum Recyceln, zu Flohmärkten – insbesondere auch Haus- und Hofflohmärkten – sowie die vielen kleinen Secondhand-Läden (Røde Kors, Kirkens Korshær etc.). Die Menschen gehen hier, so mein Befinden, sehr viel sensibler mit dem Thema Recycling um. Es ist ganz natürlich sich nach etwas Gebrauchtem umzusehen. Und hat wirklich gar nichts mit Bedürftigkeit zu tun. Davon könnte sich Deutschland eine dicke Scheibe abschneiden. Es ist ein herrliches Gefühl hier und dort zu stöbern und bereitet mir große Freude. Für die Kinder finde ich wirklich tolle Kleider und auch wir halten die Augen immer nach etwas Besonderem offen, das uns einst an unseren Urlaub erinnern wird..


 

Wir waren in Nysted, einer kleinen Stadt an der Ostsee im südöstlichen Lolland. Mit der Fähre von Puttgarden nach Rødby lässt sich der Ort gut erreichen.

Ferienhäuser (zum Beispiel von Novasol) sind hier recht kostengünstig und der Ort weniger überfüllt als andere Urlaubsziele in Dänemark. Fahrräder mitnehmen oder leihen ist hier fast ein Muss. Denn erst dann lässt sich die tolle Umgebung gut entdecken. Außerdem eignen sich die Gewässer rund um Nysted wunderbar für das Segeln, Fahrten mit Kajak oder das Rudern.

Nysted und Umgebung eignen sich wunderbar für den Urlaub mit Kindern. Hier können die Kinder die Natur erkunden und sich frei bewegen, auch die meisten Ferienhäuser sind überaus kinderfreundlich eingerichtet.

Das schnellste & leckerste Sommeressen

Endlich kann das Gemüse aus dem Garten in Hülle und Fülle geerntet werden. Und an Sommer-Sonntagen, wenn man so fast gar nichts im Haus hat, bietet es sich besonders an, das zusammen zu bringen, was da ist. Ob Karotten, Rote Beete, Zucchini, Bohnen, Zwiebel, Kartoffel oder Pastinake, es wird einfach alles flott aufs Blech geschnibbelt. Dazu etwas Rosmarin, Knoblauch, Salz & Pfeffer sowie viel gutes Olivenöl – und ab in den Ofen! Zum Ofengemüse gibt es bei uns Kräuterquark (je nach dem, was da ist auch mal mit Crème Fraîche, Joghurt oder Saurer Sahne). Noch schnell ein paar Kräuter (zum Beispiel Schnittlauch, Petersilie, Estragon, Kresse, Thymian) und eventuell Frühlingsziebel  im Garten geerntet, gehackt, mit dem Quark vermengt und gewürzt – und schon kann geschlemmt werden.. mmmh! Guten Appetit!

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Landsommer – in 9 Bildern

Sommer ist..



Wir waren unterwegs im schönen Gerdautal – in und um Groß Süstedt.

Die leckersten Blaubeeren gibt es übrigens derzeit – von Juli bis August – bei Müllers Hofverkauf in Groß Süstedt! www.muellers-heidelbeeren.de

Wie die Zeit vergeht: Der erste Geburtstag

Vor einem Monat gab es etwas ganz Besonderes zu feiern: Das Landbaby ist nun gar kein Landbaby mehr – und schon ein ganzes Jahr alt. Die Zeit verging wie im Flug. Es war eine sehr schöne, aber auch anstrengende Zeit. Eine Zeit mit Baby und Kleinkind. Eine Zeit zum Zusammenfinden, Kennenlernen und Kuscheln. Es ist eine unglaubliche Geschwisterliebe entstanden – und darauf sind wir als Eltern besonders stolz!

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Die stolze große Schwester hat selbstverständlich und mit viel Elan beim Auspacken geholfen. Zu zweit ist die Freude eben doch noch größer..

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Gefeiert haben wir mit der Familie im Garten. Es sollte nicht allzu trubelig für unser Landbaby werden. Natürlich gab es neben Blumen, Geburtstagskerze und ein paar liebevoll verpackten Geschenken auch Kuchen und andere Leckereien. Die Sonne hat dabei für einen herrlichen Tag gesorgt!

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Einen Klangbaum (grünspecht) aus Holz hatte ich mir schon sehr lange für meine beiden Räubertöchter gewünscht. Die Freude war also bei uns allen groß! Und nicht nur die Kinder spielen gern damit..

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Große Liebe: die Hühner sind los!

Ein großer Traum ist für mich endlich in Erfüllung gegangen: Vier Junghennen und ein „wilder“ Hahn sind bei uns eingezogen.

Entschieden haben wir uns für Amrocks und Lachshühner. Wichtig war uns dabei, dass die jeweiligen Rassen ein eher ruhiges und sanftes Gemüt mitbringen sowie schnell zutraulich werden. Beides sind Zwiehuhn-Rassen. Das bedeutet, dass die Lege- wie auch Fleischqualität gut ist. Aber in den Topf sollen sie natürlich nicht.

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Wir haben uns sehr bewusst für andere Rassen und gegen die Hybrid-Legehenne entschieden. Ich fand die zebra-gestreiften Amrocks schon immer sehr hübsch, die flauschigen Lachshühner waren Liebe auf den ersten Blick. Sie gehören einer heutzutage eher seltenen Nutztierrasse an, die bis vor kurzer Zeit sogar eine gefährdete war. Sie sind zudem die einzigen ihrer Art, die fünf Krallen besitzen.

Unsere Rassehühner legen zwar nicht ganz so viele Eier und leben noch ihre nicht ganz weggezüchteten Instinkte – wie das Glucken – aus, aber das ist ja auch gerade das Spannende. Unsere Kinder sollen lernen wie ein Huhn lebt, sich wohl fühlt und agiert.

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Nun tapsen die Junghennen gemeinsam mit ihrem stolzen Hahn, der wirklich hervorragend auf sie aufpasst, durch unseren Garten und erfreuen uns. Die zwei Amrocks sind etwas vorlauter und kecker, die Lachhühner sehr sensibel und zurückhaltend.

Das Landkind profitiert sehr von dieser Erfahrung: Ob Verantwortung für Pflege, Futter oder das Sammeln der Eier – und vor allem das Beobachten. Ich selbst verbringe nun oft meine Kaffeepause bei den Hühnern und kann mich gar nicht satt sehen. Es ist unglaublich, was sie für völlig unterschiedliche Charaktere aufweisen.

Unser Landbaby steht täglich ungeduldig am Zaun und imitiert ihre Laute..

Wonnemonat Mai – in 9 Bildern

Wie haben wir uns die Sonne herbeigesehnt – und nun, zeigte sie sich endlich an einigen wenigen Tagen. Die Pflänzchen durften soeben aus dem Gewächshaus, raus in den Garten und wir tauschen so langsam die heimelige Stube gegen unser grünes Wohnzimmer..

Bärlauch, Giersch und Vogelmiere

So richtig grün ist es draußen noch nicht. Doch es wächst manchmal schon mehr als wir wahrnehmen. Was an Wald, Wiese und im Garten schon so schmackhaftes und hilfreiches wächst, das möchte ich euch zeigen..

Alle Wild- und Heilkräuter können echte Energie-Lieferanten und Helferlein sein. Sie füllen die Akkus nach dem Winter wieder auf und machen gute Laune. Das Sammeln lockt zudem an die frische Luft und die Kräuter völlig kostenlos!

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  • Bärlauch

Ob in Form von Pesto, , in Salat,  als Suppe oder Kräuterbutter, Bärlauch gibt uns einen echten Kick und ist für mich, neben Erdbeere und Spargel, im Jahreslauf ein absolutes Highlight. Der wilde Knoblauch ist reich an Vitamin C, Magnesium, Eisen und Kalium. Das hilft jedem noch so müden Körper aus dem Winterschlaf! Er liebt feuchte und schattige Plätze im Wald.

Achtung: Bitte nicht mit den Blättern des Maiglöckchens verwechseln. Der Knoblauch-Geruch hilft uns bei der richtigen Wahl!

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  • Giersch

Giersch ist für viele ein nerviges Unkraut, dabei sind gerade die jungen Blätter super lecker in Salat, Gemüsepuffern oder dem Smoothie. Allein bei uns im Garten gibt es eine Menge davon und dem Landkind macht es Freude das Wildkraut zu sammeln. Auch an Wald- und Wiesenrändern lässt es sich ausreichend finden. Übrigens vielfach gesünder als ein einfacher Kopfsalat und dazu noch in Massen umsonst verfügbar!

Achtung: Nicht mit anderem Grün verwechseln. Giersch, auch Dreiblatt genannt, hat eine bestimmte charakteristische Form. Bitte genau hinsehen!

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  • Vogelmiere

Vogelmiere kann das ganze Jahr über geerntet werden (auch im Winter!), aber geschmacklich ist sie im Frühjahr besonders fein. Das zierliche Kraut bildet kleine weiße Blüten. An den verzweigten Stängeln wachsen viele kleine Blätter. Im Salat oder zubereitet wie Spinat bringt sie sich mit einem milden mais- oder erbsenartigen Geschmack sowie viel Vitamin A und C ein. Die gesamte Pflanze kann verwendet werden.

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  • Taubnessel

Auch die Taubnessel kann das ganze Jahr über geerntet werden. Im Frühjahr gibt sie sich jedoch durch ihre hübschen weiß- bis lilafarbenen Blüten  am Waldesrand und im Garten gut zu erkennen. Die Taubnessel sieht aus wie eine Brennnessel, sie ist jedoch weder mit ihr verwandt noch zieht ihre Berührung Hautreizungen nach sich. Aromatisch und würzig schmeckt sie ganz herrlich in Salat und Suppe. Ihre kleinen Blüten schmecken nach dem süßen Nektar, der nicht nur Hummeln anzieht..

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  • Schafgarbe

Auf Wiesen, Weiden und am Wegesrand , aber auch bei uns im Garten wächst die Schafgarbe. Im Sommer erblüht sie weiß und jetzt im Frühjahr schmecken die jungen Triebe am Besten. Gut als Magen-Darm-Tee gemeinsam mit Kamille.


Aber gebt Acht: Versucht nicht die Kräuter am Straßen- oder Ackerrand aufzulesen. Schadstofffreie Wildkräuter schmecken besser und sind mit Sicherheit bekömmlicher! Vieles versteckt sich sogar im eigenen Garten – soweit ungedüngt und ohne Chemiekeule!


Giersch-Smoothie:

Eine Orange sowie eine halbe Zitrone auspressen und mit einer Karotte, jeweils 100 Milliliter Karottensaft und Wasser sowie einer Handvoll gewaschene junge Giersch-Triebe gemeinsam mit jeweils einem Esslöffel Öl (am Besten Nussöl) und Honig im Standmixer zu einem Smoothie verarbeiten – und genießen,

Frühlings-Erwachen – in 9 Bildern

Schneeglöckchen, Krokusse, Narzissen – die Vorboten des Frühlings recken sich gen Sonne und wecken Glücksgefühle. Wir haben das Bedürfnis uns permanent draußen aufzuhalten, um jeden Sonnenstrahl einzufangen. Mir juckt es in den Fingern, ich kann es kaum erwarten im Garten zu buddeln und zu pflanzen..



 

natürlich wachsen

Die Welt ist doch manchmal so verrückt: Es gibt schon für die allerkleinsten unter uns so unglaublich viel Spielzeug zu kaufen. Von schönen Rasseln, Bauklötzen und Schmusetieren bis hin zu dudelnden Plastikdingen und rosa Glitzerkram extra nur für Baby-Mädchen.

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Ich habe mir immer geschworen mich diesem Wahn nicht hinzugeben und dennoch besitzen wir, in meinen Augen, relativ viel Spielzeug, auch schon für das Landbaby – geschenkt, second-hand oder gekauft, weil einfach zu schön. Das Problem dabei ist nur: unser Baby interessiert sich meist nicht die Bohne dafür. Viel lieber möchte es die Dinge entdecken, die wir Großen im Alltag nutzen. Ebenso begeistert ertastet es alles, was sich in der Natur befindet.

 

Das Motto demnach: Lieber Geld sparen und sinnvoll entdecken lassen! Im Haushalt mit sicheren Alltags-Gegenständen und draußen mit allem, das sich als babygerecht bietet. Ganz ähnlich gilt es auch für das Landkind: weniger ist meist mehr – und fördert vor allem die Fantasie.

 

Ein Beispiel: Derzeit hoch im Kurs sind bei uns Zapfen jeglicher Art.

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Schon das bloße Sammeln ist ein wunderbarer Zeitvertreib für das Landkind: Wir gehen hinaus, sammeln verschiedenste Zapfen – von Douglasie, über Kiefer und Lärche, bis hin zum Fichtenzapfen. Dabei entdecken wir meist auch noch andere spannende Dinge, wie schöne Holzstücken oder hübsche Steine, die natürlich auch im Körbchen landen dürfen..

 

Zuhause bestimmen wir mit der Großen die Zapfen, schauen zu welchen Nadelbäumen sie gehören und basteln oder drucken damit. Für das Landbaby kommen sie in ein Körbchen und dann beobachte ich mit großer Freude, wie sie sich wirklich eine lange Zeit mit diesen schönen Zapfen auseinandersetzt. Sie fühlt, sie schaut, dreht sie hin und her, gibt sie von einer Hand in die andere, lässt sie fallen und hebt sie wieder auf, riecht an ihnen und fühlt mit dem Mund, holt sie aus dem Körbchen heraus und sortiert sie wieder hinein.

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So einfach solch ein Entdecker-Körbchen hergerichtet, so groß ist die Wirkung. Selbst mir bereiten die unterschiedlichen Zapfen große Freude und hübsch auf dem Tisch oder der Anrichte sind sie allemal..

 

Für die Entwicklung des Landbabys haben sie eine enorme Wirkung: die Zapfen sind unterschiedlich groß, fühlen sich unterschiedlich an, sehen unterschiedlich aus. Für ihre Motorik und die Sinne (ihre Wahrnehmung) sehr förderlich.

 

Auch für das Landkind bleiben die Zapfen im Spiel interessant. Wie auch mit Steinen, Holz, Muscheln, Erde oder Laub wird nicht nur gebastelt, es entstehen kleine Fantasie-Welten. Spontane Kreativität ist gefragt, Dinge unserer Konsumwelt sind in dieser natürlichen Art von Spiel nicht von Nöten – umweltbewusst und schadstofffrei!

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(Auch auf www.creadienstag.de)

Ein kleines bißchen Winter – in 9 Bildern

Hier im Norden mag der Winter noch nicht so recht – zumindest will es nicht schneien. Das Landkind wartet sehnsüchtig darauf den Schlitten aus dem alten Schuppen zu holen und einen riesigen Schneemann zu bauen. Und das Landbaby soll doch nun endlich das erste Mal in seinem Leben dieses wunderbare Gefühl von auf der Nase kitzelnden Schneeflocken erleben..

 



Wir waren unterwegs im schönen Gerdautal.

Herzensangelegenheiten – im Alltag mit Kleinkindern

Eltern sein ist ein stetiger Lern-Prozess rund um Werte, Moralvorstellungen, die Auseinandersetzung mit der eigenen Kindheit, mit den eigenen Eltern, guten so wie schlechten Erfahrungen – es ist ein sehr individueller Weg, auf dem wir unsere eigenen Prioritäten setzen, einen Raum gemeinsam mit unserem Partner schaffen, der den Kindern Sicherheit bieten soll. Eltern sein ist eine echte Herzensangelegenheit.

Und das ist unser Weg, das sind unsere Prioritäten, unsere festen Säulen – unsere Herzensangelegenheiten:

Tragen: Wie hier schon so oft erwähnt, das Tragen unserer Kinder ist für uns eine echte Herzensangelegenheit. Besonders im ersten Lebensjahr wollten meine Mädels permanent bei mir oder ihrem Vater sein, unsere Nähe spüren, den so bekannten Herzschlag hören, den heimeligen Duft riechen. Was liegt da näher als sie im Tuch oder einer Trage immer bei sich zu haben, denn das gibt auch uns Eltern eine große Sicherheit.

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Schlafen: Guter Schlaf ist immens wichtig. Nicht nur für uns Eltern, denn: Nur gut ausgeschlafen, können unsere Kleinen gesund und munter in den Tag starten, Abenteuer erleben und neue Dinge lernen. Doch ist es für die kleinsten unter uns gar nicht so einfach nach all den oft noch unbekannten Eindrücken und Gefühlen in den Schlaf zu finden. Das braucht viel Vertrauen und Sicherheit – Geborgenheit.

Bei uns gibt es ein festes Ritual vor dem Schlafen: Neben der Abend-Hygiene gibt es meist ein Buch für das Landkind während das Landbaby einschlaf-stillt und danach besprechen wir den vergangenen Tag. Ich denke das hilft dem Landkind sehr all das erlebte zu verarbeiten. Dann hören beide immer wieder ihr festes Schlaflied und wir kuscheln.

Soweit möglich bringen wir unsere Kinder gemeinsam ins Bett. Und einer von uns bleibt immer an ihrer Seite, bis beide eingeschlafen sind. Auch in der Nacht bleiben wir zusammen. Das ist unser Weg. Und ich muss sagen, das führt bei uns zu einem sehr gesunden Familienschlaf. Niemand muss in der Nacht aufstehen, während des Stillens schlafen alle weiter und wenn eines der Kinder erwacht, nimmt es unsere Hand und schläft beruhigt wieder ein. Bisher klappt das wirklich gut.

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Bedürfnisorientiert Stillen: Mir war vor der Geburt des Landkindes nicht ansatzweise bewusst, welche Arbeit so eine Stillbeziehung sein würde. Stillen kann sehr anstrengend sein, aber auch einfach so unglaublich wunderschön und nicht in Worte zu fassen. Und deshalb: Lasst euch niemals entmutigen, all ihr Mamas da draußen! Es lohnt sich so sehr dran zu bleiben! Stillen ist Nahrung und Geborgenheit zugleich und sollte in meinen Augen nicht durch Zeit und Ort begrenz werden – und vor allem aber kein Schamgefühl in der Öffentlichkeit auslösen.

Vorlesen: Wenn ich auf etwas wirklich Wert lege, was die Anschaffungen für unsere Kinder betrifft, dann sind es nahezu in jedem Fall Bücher. Und es ist mir so verdammt noch mal wichtig ihnen vorzulesen. Für ihre Fantasie, für die bunten Geschichten in ihren Köpfen, weil es verbindet und viel Platz für Kommunikation schafft. Vorlesen ist für uns auch einfach: Zeit füreinander haben.

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Essen: Das gemeinsame Essen ist ein wichtiges Ritual in unserem Familienalltag. Soweit wir Zuhause sind, finden alle drei Mahlzeiten gemeinsam am Esstisch und ohne Ablenkungen statt. Ich finde Essen ist sehr kommunikativ und am Abend bekommt jeder von jedem ein Update vom Tag. Es wird gelacht, gekleckert, zum gefühlt hundertsten Mal das Wasserglas umgestoßen, auch mal heftig zwischen uns Großen diskutiert und wieder geherzt.

Dabei ist die einzige Regel: alle sitzen gemeinsam am Tisch. Die Kinder dürfen gern mit den Händen essen, auch das Landkind tut dies manchmal noch sehr gern. Jeder isst das, was ihm schmeckt und nur so viel er möchte. Solange eine relativ gesunde Auswahl vorhanden ist, klappt  das mit der ausgewogenen Ernährung soweit auch ganz gut.

Natur: Es ist uns ein sehr tiefes Bedürfnis täglich und so viel wie möglich Zeit mit den Kindern in der Natur, an der frischen Luft zu verbringen. Ganz egal ob im Wald, auf der Wiese, am Fluss, im Garten oder auf dem Spielplatz – es gibt dort so viel zu entdecken, zu lernen und zu erfahren.

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Freiraum: Letztendlich muss man die Kinder aber einfach auch mal „Machen lassen“. Und das klappt auch schon beim kleinen Landbaby. Wir Großen ziehen uns dann zurück und lassen die Kids einfach mal machen, ausprobieren, ohne uns klar kommen.

Und das alles mit einem Ziel: Ein tief verankertes Vertrauen in uns als Eltern schaffen und ihnen genügend Selbstvertrauen für die Welt außerhalb ihres Schutzraumes geben. Dafür versuchen wir tagtäglich unser Bestes, verzweifeln manchmal, brauchen mal Luft zum atmen und müssen uns wieder zusammenraufen. Aber wie immer: der Wille das Kind zu Schaukeln ist da und ich bin sicher, das spüren die Kinder ganz fest.